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Abi 1987
Nostalgie
 
Den Inhalt dieser Seite hatte ich vor vielen Jahren mal geschrieben, als ich Hände ringend Inhalte suchte, um meiner homepage Leben einzuhauchen. Heute finde ich es amüsant, was ich "damals" für erzählenswert hielt. Und da ich Euch mit meinen Seiten nicht nur informieren, sondern auch amüsieren möchte lasse ich diese Seite auch nach der zehnten Überarbeitung im Netz.
Wahrheit oder Tat

Mein Name ist Jürgen, da die meisten Amerikaner, die ich bisher traf, Probleme haben das "ü" richtig auszusprechen wollte ich anbieten mich George zu nennen. (So wie dieser süße Kerl aus HAIR, der am Ende in Vietnam stirbt.)

Mein Künstlername als Drag Queen war bislang Pula Ivanova. Doch seit etwa Sommer 1997 bin ich eher bekannt als Manuela. Auf den Namen Pula kamen Sascha - ein Freund von mir - mit mir, als wir uns den James Bond Film "Im Angesicht des Todes" anschauten. Dort gab es diese russische KGB Agentin, die mit James im Wurlpool saß und als er dann ins Bett ging, sie im Nachthemd abhaute, um ein Tonband zu klauen, das James natürlich schon längst ausgetauscht hatte. - Das klingt jetzt etwas langweilig, aber damals fanden wir das ziemlich albern und lustig so daß wir uns entschieden mich so zu nennen.
Manuela entstand mit einem anderen Freund auf einer Geburtstagsparty. Wir überlegten uns einen Namen, der zu einer Blondine paßt, die die Ausstrahlung einer Ingrid Steeger aber den Intellegt einer Iris Berben hat - quasi "Zwei himmlische Töchter" in einer! Ob mir das immer gelingt weiß ich nicht, aber ein Versuch ist es wert.

Meine "Karriere" als Drag Queen begann 1992, als Dirk, ein weiterer Freund, verantwortlich für den KULTURSCHOCK im Schwulen- und Lesbenzentrum "SCHULZ" war.

Einmal hatte er nicht genügend KünstlerInnen für die Show und fragte mich daher, ob ich nicht ein kleines Duett mit Ihm auf die Bühne bringen wollte. Ich war höllisch nervös, aber nachdem ich dies mehrere Male machte und schließlich auch meine erste eigene Idee auf die Bühne brachte, nun... ich hatte Blut geleckt und wollte mehr...

Es macht mir wirklich Spaß als Tunte auf der Bühne zu stehen. Der einzige Nachteil ist, daß die ZuschauerInnen (oftmals) denken, daß du immer eine Tunte bist, nur weil du auf der Bühne wie eine SCHLAMPE aussiehst! Für die Meisten ist das, was ich auf der Bühne mache nicht Schauspiel, sondern denken das sei ich! Sie unterstellen mir, daß ich auch im Alltag in Pumps rumlaufe und eine nasal sprechende Tunte bin. Tatsache ist, daß ich Motorrad fahre - zur Zeit leider nicht - und ich weiß, wie man mit einer Bohrmaschine umgeht und ich noch andere Geheimnisse habe, die es lohnt herauszufinden...

Was ich zu sagen versuche: "Beurteile ein Buch nicht nach dem Einband!"


Mein Coming Out

Der erste Mann, der mir sagte er sei schwul und dem ich gestand, daß ich es auch sei war Michael.

Wir waren im gleichen Tanzclub und jedesmal wenn ich ihn sah fühlte ich mich wie Maria und Tony in der "West Side Story". Ich sah niemanden außer Ihn. Unglücklicherweise hielt es nur 6 Wochen, aber dies waren die besten sechs Wochen über Jahre hinweg! Das schlimmste war damals, daß ich niemanden hatte, mit dem oder der ich darüber reden konnte, da ich erst 17 war und er bereits 18, was damals noch ungesetzlich war!

Als ich schließlich 18 wurde traf ich andere Schwule in einer schwulen Jugendgruppe in meiner Heimatstadt Aschaffenburg, die sich all meine Fragen und "Erfahrungen" anhören mußten. Am Tag nach diesem Treffen mußte ich unbedingt darüber mit meiner Mutter sprechen und seit damals weiß sie (wirklich) ALLES über mein schwules Leben!